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Dienstag, 17. Februar 2015

Die Elch-Posse: Google erinnert sich gerne

Google erinnert sich gerne

Tja, Nachbarn, was nützt es, wenn man seine Sünden verschleiern will? Nix nützt es. Google speichert alles, restlos. Einige Pseudoverlage möchten inzwischen aus politischen Gründen einen augenscheinlich guten Leumund vortäuschen, denn im Täuschen und Tarnen sind sie ja Spitze, die Pseudologen und -innen. Nur, so ganz klappt das nicht, denn die Fakten liegen klar auf der Hand: Google speichert alles und jedes und eigentlich finde ich das richtig klasse. Wer nix Schlimmes macht, der hat auch nix zu befürchten. Auch gelöschte Einträge bleiben über Jahre erhalten und jeder kann sie mit einigen kleinen Tricks hervorlocken und dann ist das Ganze wieder sichtbar. Da nützt es nix, wenn man plötzlich nicht mehr Mitglied bei selbst gestalteten Vereinen ist, da nützt es auch nix, wenn man Seiten entfernt. Google sieht und speichert eben alles ab, und wenn nicht, dann verweisen sie auf andere Suchmaschinen ein Service, der begeistert.

Darum, Nachbarn, passt schön auf, was ihr wann und wo im Netz preisgebt. Homepagebesitzer trifft es noch ärger, denn die einmal gesetzten Seiten findet Google immer wieder. Irgendwie cool, so brauchen sich Pseudoverlage eigentlich nix mehr merken, was sie den Autoren angetan und abgeknöpft haben. Schwups, gibt man den Tagg ein und Zack, hast du nicht gesehen, erscheint es wieder. Da nützt kein Leugnen und kein Entfernen von der Homepage. Ist ´ne coole Sache, das Google.
Na, und wenn wir dann demnächst die Google App auch fragen können, wo denn der nächste Pseudoverlag ist, vielleicht gibt es dann entweder eine Warnmeldung, etwa wie: "Vorsicht! Biegen Sie nicht rechts ab, da wird Ihnen das letzte Hemd geraubt." Oder aber Google verweist auf die Seite: "NEIN zu Druckkostenzuschussverlagen/ Pseudoverlagen. Bitte suchen Sie sich einen Publikumsverlag oder werden Sie Selfpublisher."

Wäre schon ´ne coole Sache von Google und eigentlich müssten ja die Nerven bei den Pseudoverlegern und -verlegerinnen blank liegen. Was wohl auch so ist, denn sie drohen bei jeder Kleinigkeit sofort mit komischen Anwälten. Ehrlich gesagt frage ich mich, ob das überhaupt richtige Anwälte sind, vielleicht haben die sich bei ebay auch ´nen Studienabschluss gekauft oder im Ausland …, so genau weiß man das ja heute auch nicht. Gab ja auch schon ´nen imaginären Professor für Germanistik, der mit Geisterbrille oder völlig verkatert le(c)ktorierte ...

Normalerweise kennen sich doch Anwälte mit Datenschutz aus. Die bei Amazon reagieren sofort, wenn jemand den Datenschutz verletzt, hatte ich gestern erst. Vor allem müsste doch ein Rechtsanwalt mehr als eine Realschule besucht haben. Also die, die ich kenne, haben Abitur und auch ordentlich studiert, aber man weiß ja nie, was ein Pseudoverlag da angeheuert hat. Vielleicht wird deshalb ja auch nur gedroht, ich meine, das bringt mich glatt auf die Idee einer Revision. Was passiert eigentlich, wenn ein falscher Anwalt einen Mandanten vor Gericht vertritt? Das sind doch mal echte Fragen, die die Welt bewegen können. Wenn schon Professoren für Germanistik nicht existieren … Also solche gibt es schon im realen Leben, aber eine Pseudologin hatte einst einen als Lektor, seitdem sind ihre Bücher schwerer ... mit Fehlern, meine ich. Na, aber was ein echtes forensisches Trüffelschwein ist, das findet das auch noch heraus.

In diesem Sinne, Nachbarn, macht den Realitätscheck und seid wachsam.
… übrigens noch ein kleines Zitat:
"Es ist besser, in Ehren zu versagen, als durch Betrug erfolgreich zu sein."
Sophokles (496 405/6 v. Chr.) 

Montag, 9. Februar 2015

Die Elch-Posse: Von selbsternannten Prinzen und anderen nichtadeligen Namensträgern ...

Von selbsternannten Prinzen und
anderen nichtadeligen Namensträgern …


Dass die Welt ja kurios ist, dürfte allgemein bekannt sein, aber dieses Phänomen, sich Titel zu kaufen (gibt es schon für 49 € bei Ebay und ähnlichen Plattformen), ist schon bezeichnend für Betrüger aller Art. Fakt ist für mich, dass diese Leute, die so was nötig haben, noch nicht einmal in der Lage waren, eine Schulbildung abzuschließen, noch viel weniger ein Studium oder einen Beruf. Wie sonst käme man auf die Idee, sich einen Titel zu kaufen? Diese ganzen nichtadeligen Namensträger sind für mich Menschen ohne Selbstbewusstsein, ohne  eigene Persönlichkeit, außer mit krimineller Energie behaftet, nicht mehr und nicht weniger.
Genauso ist es mit denen, die einen Doktortitel kaufen. Wer jemals eine Doktorarbeit geschrieben hat, der weiß, wie viel Arbeit und Mühe es macht, dass ein Rigorosum kein Zuckerschlecken ist und auch ein Diplom viel Mühe und Arbeit macht, aber darauf kann man dann stolz sein mit Fug und Recht und der Titel steht sogar im Personalausweis.
Das Allerbeste aber ist, dass die meisten Menschen, die das geleistet haben, gar keinen großen Wert darauf legen, weil sie es nicht nötig haben, damit anzugeben. Ich persönlich bin der Meinung, dass dies alles untersagt gehört. Entweder wird man mit einem Titel geboren oder aber nicht, und ob man dadurch ein besserer oder schlechterer Mensch ist, das wage ich zu bezweifeln. Ich kann "gekauft betitelte" Menschen weder achten noch respektieren, denn sie sind faul, dumm und ungebildet und wollen mehr scheinen als sie sind. Nicht überall, wo Prinz draufsteht, ist auch Prinz drin.
Passt auf euch auf, Nachbarn, am schlimmsten hat es wohl die Hohenzollern getroffen, was die inzwischen alles in ihrer Sippschaft haben, das ist wirklich sehr traurig und einfach nur noch lachhaft. Wer soll so etwas ernst nehmen? Ich jedenfalls nicht.
Vermehrt sind diese Lachnummern auch unter den Druckkostenzuschussverlagen (Pseudoverlagen) zu finden. Da schmückt man sich gerne mal mit einem kleinen Titelchen oder erfundenen Preisen oder Mitgliedschaften mit Krönchen verziehrt, denn man gönnt sich ja sonst nichts ganz im Sinne der Pseudologie, die diese Personen für sich gepachtet haben.
Nichtadelige Namensträger sagt das OLG dazu und hat einem von diesen Typen gezeigt, wo er wirklich herkommt ...
Also immer schön authentisch bleiben, dann klappt es auch mit dem Erfolg und mit den Nachbarn *zwinker


Die Elch-Posse: Bestseller

Bestseller

Ich weiß nicht, ob es euch nicht auch manchmal so geht, dass ihr einfach fassungslos über die Dummheit der Menschen nur noch lachen müsst. In meinem Fall muss ich über einige Autorenkollegen lachen und den Kopf schütteln. Ständig bekomme ich Mails and more mit Fragen, die nicht einmal die Auskunft beantworten könnte und Tante Google zur Vollversagerin abstempelt.
Neulich ging es damit los:
„Juhu, ich habe ein Buch geschrieben, weißt du einen Verlag?“
„Nein, weiß ich nicht.“
„Es ist aber ein Bestseller!“
„Ah ja, dann würde ich das an verschiedene Publikumsverlage schicken.“
„Ja, habe ich ja, aber immer nur Absagen.“
„Ah, so.“
„Kann ich dir mal den Text schicken?“
„Nein, ich bin kein Lektor, ich bin Autorenkollege und ich habe für so etwas nicht die Zeit.“
„Ja, aber …
„Ja, aber … ist einer der Sätze, die ich am meisten hasse. Denn es ist das untrügliche Zeichen der Uneinsichtigkeit eines Menschen. Tiere sagen nie: Komma, aber …
Gutmütig, wie ich nun einmal bin, frage ich dann völlig gelassen:
„Ist dein Buch denn schon lektoriert, dann könntest du es auch selbst verlegen, es gibt da was … von Amazon oder anderen Plattformen …“
Ich habe den Satz noch nicht ganz beendet, da kam dann:
„Lektoriert, was ist denn das?“
In meiner unendlichen Geduld erkläre ich, dass ein Buch auf Fehler untersucht werden müsse, damit der Leser auch Freude an dem Werk hat, es keine temporären Fehler oder Brüche und Rechtschreibfehler im Text gibt.
„Ach, das brauche ich nicht, ich habe ja Word und außerdem hat eine Freundin, die ist Deutschlehrerin und Autorin, drübergeschaut, das Buch ist fehlerfrei.“
Ich schlucke und vermeide es zu erwähnen, dass eins meiner Werke in einem Pseudoverlag von einem angeblichen Professor für Germanistik lektoriert wurde und er schlappe 1.000 Fehler übersehen hatte. Ich sage auch nicht, dass gerade Lektoren, die auch Autoren sind, meistens die schlechteren Lektoren sind, nicht alle, aber die meisten, weil sie nämlich den Stil verändern und in null Komma nichts dem ursprünglichen Werk die eigene Note aufdrücken, und dann wird es unecht. Ich verkneife mir auch, dass ich einen solchen Lektor einst fast erschlagen hätte, als aus meinen Trollen dann letztlich Kobolde wurden. Die Fassungslosigkeit steht mir heute noch im Gesicht geschrieben. Stattdessen sage ich in meiner bekannt ruhigen Art, dass ich denke, ein Lektorat durch einen freien Lektor sei sinnorientiert.
„Wieso?“, ereilt mich gleich die Frage.
„Weil es meine Erfahrung ist“, erwidere ich lakonisch.
„Ja, aber …  (Da ist es wieder, dieses Ja, aber ..., was ich hasse!)
Ich erwidere:
„Ja, aber ist dein Bestseller dir das denn nicht wert?“
Schweigen …
In diesem Sinne, ihr fröhlichen Bestseller-Schreiber, verschont mich bitte mit dämlichen Fragen, denn eine ehrliche Antwort könnt ihr wohl eh nicht aushalten. 

Freitag, 6. Februar 2015

Die Elch-Posse: Erfolglose Autoren - Erfolglose Pseudoverleger




Erfolglose Autoren –  Erfolglose Pseudoverleger

Wie wir alle wissen, ist „Erfolg“ ja relativ anzusehen. Über mich sagte kürzlich ein erfolgloser Versicherungsagent, nach seiner erfolgreichen Insolvenz, ich sei ein erfolgloser Autor und bei mir sei nix zu holen. Muss ich also daraus schließen, dass er was bei mir holen wollte? Man will ja nichts unterstellen, aber irgendwie stinkt das schon zum Himmel, aber was will man erwarten von einem, der seine Gläubiger letztlich um ihr Geld gebracht hat, denn nichts anderes ist ein Insolvenzverfahren für mich (Nach dem Motto: Ist ihm nichts gelungen, macht er in Versicherungen).
Was aber stört es eine Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt. Mir entlockte diese im Kern schon unwahre Aussage nicht einmal ein müdes Lächeln.  
Was sollte man auch dazu sagen?  Ich denke, „Erfolg“ als Autor begründet sich darin, dass man ein gerne gelesener Autor ist, und ich glaube, ich habe meine Fans und Leser, und damit bin ich aus meiner bescheidenen Sicht, nur für mich gesehen, erfolgreich. Ich lade meine Leser in eine Geschichte ein, und wenn sie eins meiner Bücher im Regal stehen haben, dann freut mich das. Ich muss also keine Bestseller schreiben, denn wer schreibt die schon? Es ist ein Irrtum, den viele begehen. Bestseller schreibt man nicht, sie werden von Werbung und Marketing gemacht. Dazu muss der Verlag, ich meine jetzt den Publikumsverlag wie etwa Lübbe oder Bertelsmann etc., investieren. In den Autor und in das Buch. Und je nachdem, wie hoch das Investment ist, danach richtet sich dann der Erfolg. Dazu braucht der echte Verleger Gespür, Geschick und Fachwissen aus der Branche sowie das berühmte Quäntchen Glück. Wenn das alles zusammenkommt, dann hat ein Verlag und damit auch der Autor Erfolg. Dazu kommt, dass an einem Bestseller ganz viele Menschen mitarbeiten, die vom Verlag bezahlt werden und die für den Verlag arbeiten.

Bei Pseudoverlagen sieht das ganz anders aus. Sie wollen nur das Geld des Autoren, nicht aber erfolgreiche Autoren, denn dann müssten sie investieren und das ist immer ganz schlecht bei solchen Verlagen. Sie verkaufen eine Illusion und leben in einer Pseudologie, die letztlich irgendwann jedem klar werden muss. Die Verkaufszahlen sprechen da eine ganz deutliche Sprache. Ich persönlich habe noch nie einen erfolgreichen Autor bei einem Pseudoverlag kennengelernt. Die gibt es auch nicht, denn erfolgreiche Autoren werden von Publikumsverlagen verlegt und man glaubt es kaum, aber die werden sogar bezahlt. Meistens besteht ein Pseudoverlag aus einer One-Man-Show mit HIWIs. Dem Autor werden aber Mitarbeiter vorgegaukelt.  Na ja, der Clou aber ist manch tolle Auslandsexpandierung. Da wird dann mal eben schnell eine Außenstelle gegründet, gibt es schon für ca. sieben britische Pfund, und schwupp hat man eine Ltd., und immer schön an der Steuer vorbei.
Ich halte mich weiß Gott nicht für Einstein, aber ich habe einen gesunden Menschenverstand. Als ich vor einiger Zeit selbst an einen solchen Verlag geriet und man mir selbst auf meine Nachfrage hin versicherte, man sei kein Pseudoverlag, hatte ich dennoch kein gutes Bauchgefühl. Als ich dann nach dem angeblichen Lektorat unzählige Fehler in meinem Manuskript kritisierte, erhielt ich eine Rechnung und sollte auch noch für dieses Lektorat (was ein angeblicher Professor für Germanistik gemacht haben sollte später erfuhr man von anderen Autoren, dass es diesen gar nicht gab) und den aufwendigen Satz in InDesign schlappe 5.800 Euro zahlen. Das Cover machte ich ja selbst und ein Satz in In Design war nicht zu erkennen (ich arbeite selbst mit diesem Programm). Somit war ich an einen Lektorats-Mastering-Covererstellungs- und Satzkostenzuschussverlag geraten. Letztlich wurde das Buch dann dort nicht verlegt (das konnte ich wenigstens verhindern, indem ich keine Druckfreigabe erteilte), auch wenn ich den Betrag zahlen musste in Form eines Vergleiches (Hinweis: Wer vergleicht, der will betrügen, eine alte Kaufmannsregel.) Ich zahle natürlich in Raten, damit die Pseudoverlegerin monatlich besser klarkommt, ich bin ja ein Menschenfreund. 
Immerhin habe ich dafür meine Rechte wieder, wobei der Verlag das nicht so genau nimmt und nicht einmal in der Lage ist, mein Buch aus der Nationalbibliothek zu nehmen, von diversen Plattformen mal ganz zu schweigen. Daran sieht man, wie solche subversiven Unternehmen einen selbst angestrebten gerichtlichen Vergleich ernst nimmt ... Fair geht da wohl anders. Dennoch morden Elche nicht, … aber sie sind sehr nachtragend und vergessen nichts.
Es war eben alles für die Katz, aber es war eine Erfahrung, aus der sehr viel Positives für mich persönlich entstanden ist so ist in allem Negativen auch etwas Positives enthalten.    
Inzwischen ist mir das, wie wir hier in Köln sagen: „Latte“. Ich bin froh, dass ich das Ganze damals habe prüfen lassen, und bin somit eigentlich gut weggekommen. Ein bisschen Schwund ist ja bekanntlich immer, aber wer möchte schon auf Dauer mit solchen Menschen zu tun haben. Bonnie und Clyde waren dagegen jedenfalls noch ehrliche Gauner.

Darum prüfe, wer sich an einen Verlag bindet, es gibt immer bessere Alternativen.
"Elche morden nicht" ist ein gerne gelesener Krimi, und wenn die Leser wüssten, wie sehr ich um dieses Buch gekämpft habe, dann würden sie es vielleicht noch ein bisschen lieber mögen. Jedenfalls habe ich mein Buch geschützt, denn wie sagt meine Frau immer: „Jedes Buch hat eine Seele.“ Und jeder Autor auch. Erfolg ist so relativ und so schnell verraucht und letztlich bleibt nur eine Geschichte, in die man die Leser eingeladen hat. Zu schade, um bei erfolglosen Verlegern mit Krönchen und Fürsten-Titelchen und Prinzengetöse zu versauern. Pseudoverlage jedenfalls sehen mich nie mehr wieder. Ich bin ein zufriedener Selfpublisher. Und Geld? Na, das ist relativ.
Ich glaube, Erfolg setzt voraus, dass man als Mensch erst einmal integer ist, dass man sich bestimmte charakterliche Grundeinstellungen erarbeiten sollte: Freundlichkeit, Wertschätzung und Respekt sowie die Achtung vor jedem Menschen und Lebewesen. Erfolg zeichnet sich für mich nicht in klingender Münze aus. Wer nur seine finanziellen Vorteile sieht, der wird nie wirklich erfolgreich und glücklich sein. Erfolg ist für mich nicht, wenn die Verkaufszahlen der Bücher steigen, sondern wenn ich Menschen erreiche und sie zum Lächeln und Nachdenken bringe. Das kann keine Verkaufszahl wiedergeben. Bevor ich in meinem Beruf erfolgreich bin, ist es mir persönlich wichtiger, erst einmal als Mensch erfolgreich zu sein, indem ich mich wertschätzend verhalte, meinen persönlichen Egoismus zurückfahre, ohne mich dabei zu vergessen. Mit Neid, Missgunst und Lüge im Herzen wird man nicht erfolgreich, das sind nur kurze und  falsche Erfolge, das ist ähnlich wie mit Siegern und Verlierern. Wenn ich etwa bei einem Spiel gewonnen habe, dann sollte ich mich nicht nur freuen, sondern auch den Verlierer sehen und ihn nicht in meiner Freude untergehen lassen. Denn jeder steht auch mal irgendwann auf der Verliererseite. Empathie und Wertschätzung sind auch nicht zu unterschätzende Komponenten des erfolgreichen Menschseins und erst danach bin ich Autor. In diesem Sinne, seid wachsam, Nachbarn …

Copyright © 2015 by Henry-Sebastian Damaschke
 


Donnerstag, 9. Januar 2014

Eine bewegende Frage

Zählt eigentlich grottenschlechte Literatur zu fremdgefährdendem Verhalten?
Wir haben dieses Thema diskutiert, mit Juristen, Psychiatern, Pädagogen und Sozialwissenschaftlern.
 

Die Juristen waren der Meinung, dass dabei § 223 StGB greifen könnte. Wobei hier der Satz "actio libera in causa" greift. Geschieht es vorsätzlich, hat der Autor das so beabsichtigt oder war er während des Schreibens nicht Herr seiner Sinne? Das sind Fragen, die diskutabel sind. 

Die Psychiater sahen die Sachlage einfach als völlig normal an, es würde nicht nur Schwachsinn geschrieben, sondern auch gelebt, also von einer Gefährdung könne man hier keineswegs ausgehen, da die Welt so oder so aus einem Überhang an Idioten bestehen würde. Je größer der Schwachsinn, desto beliebter sei diese dünne Literatur. Ein Beispiel aus der aktuellen Fernsehlandschaft würde das Ganze sogar noch untermauern: das Dschungelcamp. Eine Ansammlung abgehalfterter B-Promis, die sich durch Schlamm wühlen, mit Ratten tanzen und letztlich auch noch Dinge essen, die fernab jeden guten Geschmacks für Europäer sind. Entblöden pur!
Die Nation scheint es zu lieben. Warum also nicht auch grottenschlechte Literatur.
 

Die Sozialwissenschaftler sahen allerdings eine gesellschaftliche Gefährdung darin, was wiederum die Juristen aufmerken ließ. Immer wenn es um Gefährdungen geht, wittern sie die Möglichkeit einer Klage. Welch kläglicher Zustand. 

Die Pädagogen allerdings sahen das Ganze sehr pragmatisch, sie glauben nach wie vor an den gesunden Menschenverstand und an den Erfolg ihrer Einwirkungen auf die zu Erziehenden. Das pädagogische Ziel lautet: Erkenne grottenschlechte Literatur, indem du viel liest und dir ein Bild von den Dingen machst. Lerne zu unterscheiden, was gut und nicht gut für dich ist. 

In diesem Sinne ... have a nice day.  

Dienstag, 7. Januar 2014

Nachmittagsgedanken

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber so langsam nervt mich die immer wiederkehrende Frage: Wie verkaufe ich meine Bücher und wie werde ich ein erfolgreicher Autor?
Wenn es so einfach wäre, einen Bestseller zu schreiben, dann würde ich euch das nicht verraten, denn so blöde kann ja keiner sein. Ich würde dann selbst einen schreiben. Also kann ich euch diese Frage nicht beantworten.
Wie man ein guter gelesener Autor wird, das dann schon eher, aber auch hier erteile ich ungerne Ratschläge, denn Ratschläge sind auch Schläge und so manchem müsste ich dann sagen: Such dir ein anderes Hobby, denn es interessiert die Welt nicht, was in deinem Leben so schiefgelaufen ist oder wie viel Frauen du flachgelegt hast (bedenke, Casanova wird immer besser sein als du). Es ist auch zu bezweifeln, dass die Welt interessiert, welche Therapien du gemacht hast, ob dein Dackel eine Grippe überstanden hat oder du das 7. Scheidungsdrama erfolgreich bewältigt hast, nach dem Motto: „Der Alten habe ich es gezeigt, das Haus gehört mir.​​“
Der Leser hat selbst genug Probleme, da braucht er nicht auch noch deine.

Ein gutes Buch soll entspannen, fesseln und den Leser in eine Geschichte bringen, an der er teilhaben kann, die er nachvollziehen kann, bei der er vielleicht sogar lachen kann.
Wer dennoch schreiben will und sich für einen unentdeckten Goethe hält, der sollte eins beherrschen: seine Muttersprache oder die Sprache, in der er zu schreiben gedenkt. Es gibt nichts nervigeres als ein Buch, in dem ständig der Kasus wechselt, er nicht mal erkannt wird. Das verdirbt den besten Plotgedanken. Hinzu kommen noch illustre Rechtschreibfehler (aber Word-Korrektur macht das schon). Weit gefehlt.
Ein gutes Lektorat, das macht es. Da wird aber gespart und gegeizt. Ich habe in meinen vielen Jahren des Schreibens einige Lektorate verschlissen und ich sage das ganz bewusst. Ich habe teure Lektoren gehabt, die waren unfähiger als ich selbst und haben Verschlimmbesserungen durchgeführt, dass man es nicht glauben kann. Ein gutes Beispiel dafür ist mein erstes Buch. Ich hatte sogar mal einen Prof. für Germanistik. Ich hoffe sehr, er hat das Lektorieren gelassen, denn er übersah mal eben locker 1.​​000 Fehler im Buch. Heute habe ich ein gutes und vernünftiges Lektorat. Zugegeben, es ist auch nicht billig, sondern liegt preislich im Durchschnitt, aber es lohnt sich, denn ich möchte nicht, dass es in meinem Buch Fehler gibt, welche den Lesefluss stören.

Dann kommen wir zu dem illustren Punkt des Covers. Das sollte ein Aushängeschild sein und ein Hingucker und nicht die tolle Zeichnung von Tante Agathe oder, huch, meine Tochter malt so schön. Damit lockt man keinen hinter dem Ofen hervor. Als Autor ist man eine MARKE und genau darum geht es in der Vermarktung. Es fällt auf den Autor zurück, wie sein Buch präsentiert wird in der Öffentlichkeit.

Ich sehe auch oft solch illustre Homepages. Da könnte ich mich manchmal vor Lachen zerrupfen. Tonnen von Tags, die keinen interessieren, so was kann man verbergen. Es nervt auch ungemein, wenn der Besucher sieht, dass dort mindestens weitere 98.​​000 Fehler in Schrift und Bild vorhanden sind. Noch lustiger wird es, wenn ungefähr 5.​​000 Popups aufspringen, von Sex bis Anleitungen zum Bau einer Atombombe ist alles vorhanden, besonders schlimm auf Seiten von Kinderbuchautoren. Gutes Gelingen, kann ich da nur sagen, vielleicht wartet der Jugendschutz demnächst vor der Tür, wissen kann man das nie.
Autoren stehen in der Öffentlichkeit, jedenfalls dann, wenn man erst genommen werden will.

Ganz schlimm ist dann noch diese, ja, sagen wir mal latent vorhandene Selbstüberschätzung: Mein Buch wird ein Bestseller, es wird verfilmt, ich werde der Autor aller Autoren, seht hin, ich habe jetzt schon ein Haus, ein Boot, einen Hubschrauber … Wer dann darüber mal nachdenkt, der sollte sich in Ruhe überlegen, ob er wirklich Menschen unterhalten kann und will oder ob er nur Kohle verdienen möchte. Dann empfehle ich ein gutes Studium und eine Managerkarriere, dann klappt das schon mit dem Erfolg. Und wer berühmt werden will, der erschlägt am besten seinen Nachbarn, dann ist er im Fernsehen, zumindest für einen Tag.
Gute und bekannte Autoren, die sind anders, die schreiben und machen nicht so ein öffentliches Theater um sich und ihre Person.

In diesem Sinne: fröhliches Weiterschreiben, vielleicht klappt´s ja mit dem Bestseller ;​​-)

Rezensionsgedanken

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe Folgendes festgestellt, nur so für mich:

Ich würde nie wieder ein Buch kaufen, das nur 5-Sterne-Rezensionen hat. Da kann was nicht stimmen. Und da stimmt auch etwas nicht. Ich finde es einen Betrug am Leser. Da werden Bücher hochgejubelt, die nicht mal die Bezeichnung „Buch“ verdienen, sondern eher den Begriff „Klopapier in Rechteckform“. Der Inhalt ist meist dürftig, ohne roten Faden, ohne Plot-Gedanken und meistens lässt auch noch Layout und Rechtschreibung zu wünschen übrig. Wenn die Rechtschreibung gut ist, dann war zumindest ein Lektor anwesend, der die groben und gröbsten Fehler beseitigt hat, aber die Schreibe nicht ändern kann, sonst wäre der Lektor der Autor *g

„Lustig“ sind auch die Kollegen, die ihr Buch selbst hochjubeln oder es von Freunden hochjubeln lassen, ganz kriminell sind außerdem die gekauften Rezensionen, deren Macher sich gerade aktiv im Netz rumtreiben und auf Beutefang aus sind. Das betrachte ich als Betrug am Kunden und vor allem was nützt mir als Autor eine verärgerte Leserschaft? Gar nichts, denn damit werde ich weder erfolgreich noch ein gelesener Autor.

Genauso dümmlich sind diese sogenannten Boshaftigkeitsrezensionen, die Inhalte wiedergeben, die gar nicht vorhanden sind. Das ist mir kürzlich passiert, ich erkannte mein eigenes Buch nicht wieder. Na ja, eben Bildzeitungsniveau. Tonnen Akten wurden in meinem Buch angeblich angefordert. Ich staunte nicht schlecht, denn es wurden gar keine Akten angefordert .​.​. Einer hat sogar die Worte gezählt, die angeblich wiederholt wurden. Ich war nicht nur sprachlos, sondern ich habe herzlich gelacht. Einer schlief ein beim Lesen meines Buches und konnte es trotzdem bewerten … der Kracher. Im Schlaf?​?​? Oh Wunder, was heute alles so möglich ist. Wenn ich schlafe, dann kann ich nicht gleichzeitig lesen, aber ich gehe ja auch nicht verpennt deppenhaft durch ein armselig boshaftes Leben.

Das Beste an der Sache waren dann aber die Verbesserungsvorschläge. Also wenn diese Menschen doch alles besser wissen, warum schreiben sie denn dann nicht selbst einen Bestseller? Mangelt es da an Intellekt oder gar an der Fähigkeit, einen Satz zu schreiben, der sinnorientiert ist? Oder ist es aber die Angst, sich einem Publikum zu stellen? Kritik, ob nun berechtigt oder nicht, ist sicher eine Sache, aber Kritik, nur um auch mal was auf solchen Plattformen sagen zu dürfen, ist armselig. Ich freue mich mehr über ein ehrliches „Gefällt mir nicht“ als über ein geheucheltes „Ach, wie toll“.

Boshaftigkeit und Neid sind schlechte Kritiker und eine gute Kritik erfordert eine objektive Sichtweise der Dinge, aber da hapert es leider bei einigen Menschen. Nur ist es eben ganz schlimm, den geneigten Leser zu verarschen, indem man sich selbst beweihräuchert, das stinkt immer. Nachdenken und fair bleiben, das ist es, und sich selbst ein Bild machen, einen Eindruck verschaffen – und wenn man dann möchte, kann man ihn wertschätzend mitteilen.

In diesem Sinne .​.​.

Montag, 6. Januar 2014